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Abdelli

-Among Brothers-

 

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Der in Behalil, Kabylia aufgewachsene Exilalgerier Abdelli ist Kabyle. Die Kabylen gehören wie die Tuaregs dem Volksstamm der Berber an, die bereits seit 7000 B.C. den Maghreb zwischen Ägypten und den Kanaren, dem Mittelmeer und Nigeria besiedeln.
Abdellis Biographie liest sich wie aus einem Märchenbuch: Mit 7 Jahren begann er in seiner Heimat öffentlich Lieder zu singen und löste damit bei den Menschen sowohl Bewunderung als auch Missverständnis aus; seine erste "Gitarre" fertigte er selber aus einem Stück Holz und Angelschnur an und brachte sich das Spielen der Mandola (eine Mischung aus Laute und Guitarre) autodidaktisch bei. Mit 12 Jahren erschien ihm der große Berber-Komponist Iger Bouchem in einem Traum und übergab ihm seine Laute mit der Mission, die kabylische Kultur zu bewahren und in die Welt hinauszutragen.

Abdelli, der bis heute an der akustischen Tradition seiner Musik festhält, erlangte bis zu seinem 20. Lebensjahr viel Anerkennung als Performer bei rituellen und offiziellen Festen. Die politische und kulturelle Unterdrückung der Kabylen durch das politische System in Algerien zwang aber auch ihn schließlich dazu, "die Bürde des Schweigens gegen die Bürde des Exils" einzutauschen. Seine Odyssee begann in Frankreich, Kanada und Skandinavien und führte ihn schließlich nach Brüssel, wo er als Straßenmusiker in Leidensgenossen aus Chile, Peru, Bolivien und der Ukraine seine neue geistige Familie fand. Vom belgischen Produzenten Thierry van Roy entdeckt, nahm Abdelli 1995 mit diesen neugewonnenen musikalischen Freunden sein erstes Album "New Moon" unter Peter Gabriels Real World Label auf. Abweichend von herkömmlichen Studioproduktionen wurde Abdellis Stimme zuerst aufgenommen, um den Musikern in ihren Arrangements eine annähernd komplette Freiheit zu gewährleisten. Auf "New Moon" werden die traditionellen nordafrikanischen Darbukas und Bendirs (perc.) ebenso mit südamerikanischen Percussion- und Saiteninstrumenten oder der ukrainischen Bandura (einer gigantischen Zither) kombiniert, wie der kabylische Viertelton mit der europäischen Notenskala und lateinamerikanischen Rythmen.
Entstanden ist ein sehr poetisches, feinfühliges und dichtes Album, das durch seine Homogenität besticht und ganz im Sinne der Philosophie von Real World, musikalische Traditionen auf einer freundschaftlichen Basis miteinander zu verbinden, steht.
Der große Erfolg des Albums bescherte Abdelli den Ruf eines "neuen Sterns im Universum der World Music". Zahlreiche Konzerte in den verschiedensten Teilen der Welt folgten. 1995 wurde er von Yehudi Menuhin eingeladen, um am Cirque Royal mit Ravi Shankar zwei Konzerte zu geben. Abdelli spielte auf dem Womad Festival in Reading, am Zenith in Paris (eingeladen von Cheb Mami), auf den Festas de Lisboa, dem Athens Ethnic and Jazz Festival, dem Musique Metisse Festival d`Angouleme, dem Elesira Festival ... in Wien, Strasbourg, Marseille, Rom, Neapel, Turin, Amsterdam, Boston, Chicago, New York, Toronto, Ottawa ... und schließlich als Opening Act für Peter Gabriels Präsentation seines neuen Albums "Up" (2002) in Paris, wo er zusammen mit Peter Gabriel den Klassiker "In your Eyes" im Duett präsentierte.

2003 veröffentlichte Abdelli - ebenfalls unter Real World - sein aktuelles Album "Among Brothers". Auch hier gingen Abdelli und sein Produzent Thierry van Roy wieder unkonventionelle Wege: Die Aufnahme von Abdellis Gesang und ein basic percussion track wurden mit nach Cap Verde, Burkina Faso, Azerbaidschan und Belgien genommen und mit vier unterschiedlichen Sets von Musikern - unter der Auflage, dass keines dieser Sets die Aufnahmen der anderen drei Sets kennt - quasi vier verschiedene Alben aufgenommen. Im Studio schließlich produzierte van Roy aus den vier verschiedenen musikalischen Welten ein einheitlich und symbiotisch wirkendes Werk, das von der Art seines ungewöhnlichen Zustandekommens kaum noch etwas erahnen lässt:
"The end result consists of a controlled fusion, or even a complete absence of fusion."

Mit seiner warmen und vielschichtigen Stimme singt Abdelli auf seinen Platten in teilweise hypnotischen Melodien ebenso von Hoffnung, Freiheit und Toleranz, als auch von Liebe, einfachem Glück und universeller Schönheit. Seine Texte sind poetische Juwelen, die sich gegen alle Formen von Dogmatismus, Unterdrückung und Fundamentalismus richten.

Abdelli ist seiner Vision treu geblieben und hat nicht nur die kabylische Tradition erneuert, sondern sie auch mit anderen musikalischen Traditionen verbunden, wie in seinen Duetts mit Weltstars wie Peter Gabriel, Natacha Atlas, Marta Sebesyien oder Loreena McKenitt besonders deutlich wird. Der Kosmopolit Abdelli sieht in jeder seiner zahlreichen Reisen und Zusammentreffen mit Menschen aus anderen Kulturen nicht nur die einheitliche verbindende Magie, aus der etwas Neues geboren wird, sondern auch ebenso die Chance, seine eigenen Wurzeln durch diese Kontakte weiter zu entdecken.

Ausführliche Informationen unter: www.abdelli.com